Du wachst morgens auf und fühlst dich, als könntest du eigentlich noch eine Stunde schlafen. Oder du bist abends müde, schläfst schnell ein – und liegst um drei Uhr plötzlich hellwach im Bett.

Kommt dir das bekannt vor?

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Schlaf. Doch schlechter Schlaf und ständige Müdigkeit gehören nicht einfach zum Älterwerden. Und überraschenderweise entscheidet sich eine gute Nacht nicht nur im Schlafzimmer. Vieles von dem, was wir tagsüber tun, beeinflusst unseren Schlaf.

«Im Alter braucht man halt weniger Schlaf.» Diesen Satz hört man häufig. Ganz stimmt das nicht. Auch mit 60, 70 oder 80 Jahren brauchen die meisten Menschen weiterhin ausreichend Schlaf. Was sich verändert, ist vor allem wie wir schlafen.

Der Tiefschlaf nimmt ab, wir schlafen leichter und wachen häufiger auf. Geräusche, Licht oder körperliche Beschwerden können uns schneller aus dem Schlaf holen.

Wenn du nachts gelegentlich wach wirst, muss das also noch kein Grund zur Sorge sein.

Eine gute Nacht beginnt am Morgen

Unsere innere Uhr orientiert sich stark am Tageslicht. Wer morgens nach dem Aufstehen etwas Zeit draussen verbringt, gibt seinem Körper ein klares Signal: Jetzt beginnt der Tag.

Gerade nach der Pensionierung verändert sich der Alltag jedoch oft. Der Arbeitsweg fällt weg, Termine werden weniger und manchmal verbringen wir unbemerkt mehr Zeit zu Hause.

Ein Spaziergang am Morgen, der Weg zum Einkaufen oder ein Kaffee auf dem Balkon können deshalb mehr bewirken, als man denkt.

Bewegung macht nicht einfach müde

Auch regelmässige Bewegung kann unseren Schlaf unterstützen. Nicht nur, weil wir danach müder sind.

Ein aktiver Tag hilft unserem Körper, zwischen Aktivität und Erholung zu unterscheiden. Bewegung stärkt zudem die Muskulatur, bringt den Kreislauf in Schwung und kann dabei helfen, innere Anspannung abzubauen.

Und das Schöne daran: Es muss kein anstrengendes Sportprogramm sein.

Ein Spaziergang, Gartenarbeit, Velofahren oder eine gemeinsame Wassergymnastiklektion – entscheidend ist, dass Bewegung regelmässig zum Alltag gehört und Freude macht.

Gemeinsam aktiv sein tut doppelt gut

Genau das erleben wir auch bei Drop In.

Natürlich kommen unsere Teilnehmenden in erster Linie, um sich im warmen Wasser zu bewegen, Kraft aufzubauen und beweglich zu bleiben. Doch eine Kurslektion ist oft viel mehr als das.

Man kennt sich. Man begrüsst sich. Man lacht zusammen und tauscht sich vor oder nach der Lektion aus. Und jede Woche gibt es einen festen Termin, auf den man sich freuen kann.

Diese regelmässigen Aktivitäten geben dem Tag Struktur und bringen Bewegung und soziale Kontakte zusammen – zwei Dinge, die auch für einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus wertvoll sein können.

Vielleicht ist es also nicht nur die Bewegung im Wasser, die am Abend guttut. Sondern das ganze Erlebnis drumherum.

Manchmal sind es die kleinen Dinge

Guter Schlaf braucht nicht immer eine grosse Veränderung.

Morgens etwas Tageslicht. Tagsüber Bewegung. Ein geregelter Rhythmus. Ein Gespräch mit einem lieben Menschen. Und am Abend das angenehme Gefühl, etwas erlebt zu haben.

Natürlich gibt es Schlafprobleme, die ärztlich abgeklärt werden sollten – insbesondere wenn du über längere Zeit schlecht schläfst, tagsüber stark erschöpft bist, sehr laut schnarchst oder Atemaussetzer auftreten.

Doch manchmal lohnt es sich auch, nicht nur die Nacht anzuschauen, sondern den ganzen Tag.