T ist sieben Monate alt, als wir das erste Mal einen Schwimmkurs von «H2O Wasser erleben» besuchen. (Über unsere ersten Erfahrungen im Kurs habe ich bereits hier berichtet). Er wird gern gebadet und war auch schon mal im Hallenbad, aber ich bin sehr neugierig darauf, wie er sich in einer strukturierten Situation im Wasser verhalten wird.

Aus diesem ersten Kurs sind mir vor allem noch die Lieder präsent, das Planschen und Wellen-Machen. Ich habe mich weniger darauf fokussiert, welche Übungen welchen Sinn haben – und wie sich das später auszahlen wird. 

Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass ich selbst noch ungeübter war mit einem Baby im Wasser: Wie halte ich ihn richtig, upps, er hat Wasser geschluckt, jetzt bloss nicht loslassen, wieso stösst er sich weg von mir?

Vom Rollen, Tauchen und Alleine-Schwimmen

Schon im zweiten Kurs wird offensichtlich, was T gelernt hat.

Beim Abrollen vom Beckenrand setze ich ihn hin und er stürzt sich mir ohne zu zögern entgegen.

An der Wand stellt er die Füsse auf und packt die Stange oder den Beckenrand.

Er stösst sich vom Rand ab – manchmal mehr, manchmal weniger bewusst.

Und seine Bewegungen muten einen Schwimmer an – das bilde ich mir zumindest ein.

Was mich überrascht: Diese Fähigkeiten nutzt T auch zuhause. Er wartet am Wickeltisch-Rand, bis ich auf drei zähle und springt mir dann in die Arme. Er versucht, sich am Treppengeländer nach oben zu hangeln. Ausserhalb des Wassers sind diese Bewegungen erstmal beängstigend für mich. Aber T vertraut auf sich und seinen Körper.

Beim Tauchen beeindruckt mich mein Sohn immer wieder. Ich sehe ihm in die Augen, sinke mit ihm ein bisschen tiefer ins Wasser und “blubbere” – er schliesst Augen und Mund, fast jedes Mal.

Auch beim Tauchen zu mir, bei dem wir auf drei zählen und dann tauchen, macht er das so – wenn es seine Aufmerksamkeitsspanne übersteht, mich so lange anzuschauen. Unsere Kursleiterin Jessica lässt ihn nicht tauchen, wenn sie seine fehlende Konzentration bemerkt – das finde ich super.

Am 4. Juli, kurz vor den Sommerferien im zweiten Kurs, schwimmt T das erste Mal ohne mich, mit den Flügeli. Er navigiert sich schon zielsicher zu mir, oder eher zu den Bällen, mit denen er vorher spielen durfte und die ihn über alle Massen faszinieren. Das ist ein wahnsinnig schöner Moment für mich. T merkt davon herzlich wenig, er geniesst seine Bewegungsfreiheit wie immer.

Keine Entwicklung ohne Härteproben

Nach den Ferien ähnelt das Babyschwimmen eher einer Geduldsprobe. T hat über den Sommer gelernt zu krabbeln, und alles, was er nun will, ist raus aus dem Becken und auf festen Boden. Er ist abgelenkt, unruhig und unzufrieden. Einmal müssen wir mitten in der Stunde abbrechen und nach Hause fahren. Das ist frustrierend.

Machte ihm das Wasser immer so viel Spass, will er jetzt nichts mehr, als seine neu gewonnenen Fähigkeiten an Land zu üben. Eine Woche später kämpfe ich mit mir. Sollen wir überhaupt losfahren? Ich will meinen Sohn nicht zwingen, wenn er momentan nicht schwimmen will. Andererseits könnte es ihm heute ja auch wieder gut gefallen? Wir entscheiden uns, es nochmals zu probieren.

Und ja: T möchte noch immer lieber an Land. Es ist kräftezehrend, ihn die ganze Stunde (besonders “zwischen” den Übungen) abzulenken. Wenn er sich ausserhalb vom Wasser bewegen kann, ist er glücklich: Als wir die Matte ins Wasser legen, krabbelt er darauf in rasendem Tempo auf mich zu, vor Glück jauchzend.

Aber das Dranbleiben lohnt sich und mir wird wieder einmal klar - alles ist nur eine Phase. T kann seine Arme und Beine jetzt koordinierter einsetzen, auch im Wasser. Und seine Aufmerksamkeit verschiebt sich auf neue Übungen, die ihm gefallen: den Sprung zum Beispiel.

Vom Abrollen gehen wir nun nämlich langsam zum Sprung über. T steht auf wackeligen Beinen und freut sich, wenn er dann im Wasser von mir zum Ball geführt wird, den er schon die ganze Zeit anvisiert hat. Wie er selbst mithelfen und strampeln kann, versteht er noch nicht ganz, aber das wird er mit der Zeit bestimmt.

Die Regendusche ist jedes Mal ein Highlight für T. Die Scheu vor dem Wasser hat er nun, in seinem dritten Kurs, ein für allemal abgelegt. So kann es schon mal vorkommen, dass T mitsamt der Schwimmhilfe nach vorne kippt, weil ich nicht aufgepasst habe. Aber auch solche Momente nehmen ihm nicht die Freude am Wasser. Und auch ich bin merklich entspannter.

Mit zunehmender Armstärke freuen T im vierten Kurs vor allem die Übungen am Beckenrand. Er hangelt sich hoch und wäre schon wieder beinahe an Land gekrabbelt. Den Sprung übt er nicht nur hier unter meiner Anleitung, sondern auch zuhause - ob vom Sofa, vom Wickeltisch oder von der Anrichte, überall springt er aufs bekannte Kommando in meine Arme.

Strampeln ist noch immer nicht seine grösste Stärke, aber mit den Schwimmhilfen experimentiert T sehr gerne – und erfährt viel Selbstwirksamkeit, wenn sich das Gerät doch plötzlich in die Richtung bewegt, in die er möchte.

Unser Fazit zum Babyschwimmen

Nach einem Jahr Babyschwimmen bin ich mehr als begeistert. Am meisten freut mich, mit welcher Furchtlosigkeit und Natürlichkeit sich mein Sohn im Wasser bewegt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ohne die sinnvollen Instruktionen und Lernübungen im Babyschwimmen aussehen würde. 

So aber schaue ich voller Zuversicht in eine nahe Zukunft, in der T schwimmen lernen wird. Da meine Tante Schwimmlehrerin ist, werden wir mit ihr die nächsten Schritte planen. Und vielleicht im Sommer auch nochmals einen weiteren Kurs besuchen. Empfehlen würden wir das Babyschwimmen auf jeden Fall.